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Natascha Flamisch

When I was just a little girl … I asked my uncle what will I be …

Meine erste Erinnerung an Musik: Ich war vier Jahre alt und beobachtete fasziniert meinen Onkel Sigi beim Saxophonspielen als er, im Gegenlicht seines Dachfensters, alles um sich herum vergessend, einen wunderschönen Song spielte…
Später besuchte ich dann Sigi´s Konzerte bei der "Old Stoariegler Dixieland Band". Auch sonst waren wir eine musikalische Familie. Mein Großvater war Chorleiter und meine Großmutter spielte Instrumente und sang sehr gerne, wenn auch viel zu selten.

Come on, little school girl …

Während meiner Schulzeit gab es einige engagierte Lehrer, die uns Konzertbesuche ermöglichten. Für jemanden der in den 80igern im Südburgenland aufgewachsen ist, eine damals durchaus aufregende Sache! Aber ich spielte auch sehr gerne Theater. Mit meinen Cousinen quälte ich die Verwandtschaft mit selbstgeschriebenen Stücken und auf der Schulbühne gab es dann den ersten Applaus für die Rolle einer verfressenen Sandlerin, die einen ganzen Gugelhupf in drei Minuten verputzen konnte….

Leave home, young woman …

Mit 21 packte ich meine Koffer und ging für ein Jahr in die USA. Ich arbeitete in New York und Philadelphia als Kindermädchen, Kellnerin und Putzfrau. Abends genoss ich ausgiebig das Nachtleben in den Musik Clubs, denn schon nach kurzer Zeit war das Einzige was mich interessierte, welche Band in welchem Club auftrat und wie ich dort hinkam um mir das anzuhören.
Eines Tages nahm mich jemand zu den Sessions auf die South Street in Philadelphia mit. Dort hörte ich eine Musik, die mir bis dato fremd war, mich zutiefst berührte und nie wieder loslassen sollte, weil sie alles ausdrückt, was ich in mir trage: The Blues.

Looking for a place to stay …

Berufsbedingt ging ich dann nach Wien. Durch einen Zufall bin ich irgendwann im "Blues Man Cafe" gelandet, das sofort zu meinem zweiten Wohnzimmer mutierte. Ich hatte ja keine Ahnung, dass es hierzulande ähnliche Clubs wie in den USA gab!

Going for my dreams …

Nach einiger Zeit fasste ich endlich allen Mut zusammen und suchte über ein Inserat einen Pianisten, denn ich wollte endlich auch selbst singen und nicht nur Zuhörer sein! Kaum zu glauben: drei Herren haben sich gemeldet, sympathisch war mir auf Anhieb einer: Helmut Posch, ausgebildeter Jazzpianist. Er stellte mit mir mein erstes Auftrittsprogramm zusammen – ein wahrer Glücksfall!

This time is the right time …

Am 22.11.99 war es dann soweit. Benji, Chef des "Blues Man Cafe" in Wien, gab mir, einem "Stammgast mit Inventarnummer", eine Chance für einen Auftritt. Beim Soundcheck kam er plötzlich aufgeregt aus der Küche herausgeschossen und tat lautstark seiner Begeisterung kund, dass er nicht damit gerechnet hätte, dass ich tatsächlich singen könne. Ich glaube, er hatte sogar einen Salatkopf oder auf jeden Fall irgendetwas Essbares in der Hand mit dem er wild gestikulierend vor der Bühne herumfuchtelte. Hier stand ich nun, ich Greenhorn, völlig perplex, und hatte schon Material für die erste biografische Anekdote bevor es überhaupt los ging. Ich war völlig überrascht als ich am Ende eines schönen Abends einen weiteren Auftrittstermin in der Tasche hatte.

As time goes by…

Innerhalb kürzester Zeit ergaben sich viele Auftrittsmöglichkeiten und Kontakte zu Musikern aus der Wiener Szene. Es folgten Einladungen zu Sessions, Angebote in Bands einzusteigen und plötzlich war ich dort, wo ich eigentlich immer hin wollte ohne es wirklich zu wissen. Und ich hatte immer das Glück, mit wirklich guten Musikern zusammenzuarbeiten von denen ich sehr viel lernen konnte.

Natascha & The Bluescrackers

In jeder freien Minute war (und bin) ich auf einem Konzert - aktiv oder passiv. Und irgendwann war klar: ich will eine eigene Bluesband auch noch! 2003 gründete ich dann "Natascha & The Bluescrackers", denn ich wollte die Musik machen, die ich neben dem Jazz am meisten liebe.

Jazz, Blues and than ... some Soulfood

Die Liebe hat mich 2010 nach Deutschland gebracht wo ich glücklich verheiratet am wunderschönen Bodensee in Süddeutschland lebe. Von hier aus habe ich es nicht weit für Auftritte nach Hause nach Österreich und in die Schweiz.

Ich hatte das Glück relativ rasch von einer tollen Band gefunden zu werden und bin seit April 2011 die Frontfrau der deutschen NOPKINGS.

Nun habe ich erstmals den Luxus, keine Bandleaderin zu sein, sondern einfach singen zu dürfen. Mein Repertoire erweitere ich jetzt mehr in Richtung Soul und Funk was mir mit meinen neuen deutschen Kollegen riesigen Spaß macht. Ich muss zwar 120 km für jede Probe runterradeln - aber die Jungs sind es absolut wert! :-)

Ausserdem bin ich mir ganz sicher, dass ich es ohne Jazz und Blues zusätzlich nicht aushalten werde.... also, man darf gespannt sein. Ich bin mir sicher, ich werde hier in Deutschland noch viele tolle Dinge erleben...

und das alles zusammen ... find ich einfach .....




(Danke, Sascha für die coole Fotomontage!)